Auch wenn sie in Plantagen angebaut wird, so bleibt die Vanille doch die Königin der Gewürze. Die so genannten Schoten werden bis zu 30 cm lang, ob wohl es genau genommen keine Schoten sind sondern Kapselfrüchte. Kurz bevor die Früchte reif sind, werden sie geerntet, wobei sie hier noch nicht die typische schwarzbraune Farbe haben, sondern noch gelblich-grün sind. Auch das für die Vanilleschote so bekannte Aroma ist noch nicht vorhanden.
Diese markanten Merkmale entstehen erst nach einem ganz gewissen Verfahren und zwar dem Wasserdampfverfahren. Anschließend kommt die eigentliche Fermentation zum Tragen, die in luftdichten Behältern stattfindet. Erst wenn die sogenannten Glukosenadeln sichtbar sind, was sich erst nach einiger Zeit zeigt. Der Vorgang kann bis zu vier Wochen dauern. Dieser Prozess hat die Wirkung dass sich das in der Fruchtkapsel befindliche Vanillin in das hocharomatische Vanille umwandelt, der Hauptstoff der königlichen Stangen.
Sicherlich hat sich jeder schon gewundert, warum die Vanilleschote so teuer ist. Zum einen ist der Bearbeitungsprozess sehr aufwendig und muss mit viel Fingerspitzengefühl durchgeführt werden und zum anderen müssen die empfindlichen Schoten auch sehr sorgfältig und umsichtig verarbeitet werden. Ein weiterer Punkt ist die Befruchtung.
In der Küche wird die Vanilleschote gerne für Süßspeisen, Schokolade, Desserts und auch bei extravaganten Gerichten verwendet. Selbst für Fischgerichte lässt die Königin hervorragend verwenden. In der Lebensmittelindustrie findet sie großen Anklang, wobei inzwischen das biotechnologosch hergestellte Vanillin immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. Die Verwendung des Vanillins übersteigt den der „echten Vanille“ um einiges an das Hundertfache. Der Stoff „Vanillin“ entsteht bei der Verarbeitung von sogenannten Holzaufschlussverfahren, was bei der Papiergewinnung entsteht und das im Nelkenöl. Denn in diesem befindet sich das bekannte Eugenol, was in Salben oder Tinkturen zu finden ist, in denen sich das Nelkenöl befindet.
Diese Herstellung von Vanillin ist natürlich bei weitem kostengünstiger für die Lebensmittelindustrie, als die Verwendung der echten Vanilleschote. Da die besonderen Früchtchen jedoch noch einiges an Aromastoffen zu bieten haben, kann auch ein biotechnischer gewonnener Vanillinstoff niemals der Königin das Wasser reichen. Doch wie so oft, zählt in der Nahrungsindustrie nur der Kommerz. So billig wie möglich die Herstellung und so teuer wie es geht an den Verbraucher weiter gegeben. Doch inzwischen gibt es viele Verbraucher, die auf das technische Vanillin reagieren, mit Magenbeschwerden, Allergien usw. Auch wenn immer behauptet wird, geschmacklich wäre nicht viel Unterschied. Weit gefehlt, denn wer den wahren Flavour der Vanille kennt, weiß wovon die Rede ist. Ein kleiner Tipp, wer vor dem Regal steht und sich nicht sicher ist, ob er jetzt Vanillezucker oder Vanillinzucker kaufen soll. Welcher ist der Echte? Bourbonvanille-Zucker ist braun, doch bei den beiden erstgenannten handelt es sich bei beiden um weißen Vanillezucker. Der echte Vanillezucker schreibt sich eben wie die Vanille. Vanillinzucker ist die kostengünstigere Variante. Im Zweifelsfall ist es am besten immer zu der Vanillevariante zu greifen, denn so ist man immer auf der sicheren Seite.
Besonders bei Weihnachtsplätzchen, Kuchen oder Desserts kommt das unnachahmliche Aroma der Vanille zum Vorschein. Denn viele Allergiker können ein Lied davon singen, wenn sie Unverträglichkeiten unterworfen sind und auf vieles verzichten müssen. Nur das Echte ist manchmal das Wahre.
